BASICS

DIE 12-PROZENT-REGEL

Die berühmten 12 Prozent

 

„Was für BERÜHMTE 12 Prozent??? Was wollen die von mir? Noch nie davon gehört! Oder hab‘ ich was verpasst?“

Ja und nein!

Sie haben in dem Sinne nichts verpasst, als dass Sie zu den 99,9 Prozent der Menschheit gehören, zu denen diese Regel noch nicht vorgedrungen ist.

Doch Sie haben sehr wohl etwas verpasst, indem wir hier von einer Information sprechen, die meiner Meinung nach geradezu ESSENTIELL ist, um Antworten auf viele Fragen zu geben. Leider vor allem fast immer, warum etwas NICHT funktioniert. Aus diesem Grund sollten Sie die 12-Prozent-Regel im Laufe Ihres Lebens immer im Hinterkopf behalten, weil sie so extrem viel erklärt.

 

Veränderungen geht man besser schrittweise an.

 

Davon haben Sie sicher schon gehört; woher kommt aber dieser Spruch, diese „Weisheit“? Zunächst ist selbstverständlich klar, dass es in vielen Situationen schlichtweg unmöglich ist, alles sofort zu erreichen. Andere verweisen wieder darauf, dass man sich leichter motiviert, wenn man den Weg in viele kleine Stufen unterteilt und sich dadurch laufende Erfolgserlebnisse holt. Stimmt alles, ist aber dennoch nur die halbe Wahrheit. Denn wenn Sie durch irgendein Wunder oder einen Lottogewinn die Möglichkeit hätten, Ihr Ziel sofort zu erreeichen, würden Sie diese Möglichkeit dankend annehmen, richtig?

Nun, und genau das will das Universum weitgehend vermeiden, weil es Ihnen gar nicht guttun würde. Warum das?

Beobachtungen vieler Coaches und Heiler, die sich mit meinen decken, haben im Laufe der Zeit ergeben, dass der Grad der Veränderung eines Menschen, der gerade noch organisch und (im energetischen Sinne) „unschädlich“ ist, bei circa 12 Prozent liegt.

12 Prozent?

Es könnten auch 10 oder 13 oder 11,3 sein. Die Zahl spielt eigentlich nicht die geringste Rolle, sie drückt nur aus, dass es ein überschaubarer Betrag ist. Mit Mathematik hat es in diesem Fall nichts am Hut. Aber uns gefällt die 12 einfach.

Wenn hier von „Veränderung“ die Rede ist, dann spreche ich prinzipiell von Veränderung in jede Richtung, d.h. sowohl Gewinn als auch Verlust, Fortschritten als auch Rückschritten.

 

Doch wie darf man sich diese 12 Prozent vorstellen? Was ist das für eine Zahl? Ist das im Jahr, im Monat, am Tag? Und wie soll ich Karriere machen, wenn ich einen 100 prozentigen Aufstieg will? Oder in einem Monat doppelt so stark werden will? Fragen über Fragen.

 

Ich denke, jedem Menschen ist zumindest intuitiv bewusst, dass es nicht gesund sein kann, wenn sich zu viel in zu wenig Zeit ändert. Und damit hat er auch vollkommen recht. Denn in diesem Fall wird ein sogenannter Überschuss erzeugt, den ich auch schon in dem entsprechenden Kapitel beschrieben habe. Die emotionalen Umbrüche wären viel zu groß und die Nivellierungskräfte des Gesetzes des Gleichgewichts würden einen unweigerlich versuchen, wieder an den Ausgangspunkt oder zumindest wieder innerhalb die Komfortzone zu bewegen. Wie auch schon erwähnt, passiert das oft, indem man zum Beispiel krank wird, sein verdientes Geld wieder verliert oder sich einem sonstige Widerstände in den Weg stellen. Es ist daher vollkommen sinnlos und nicht ratsam, sich im Leben von heute auf morgen zu radikalen Veränderungen zu zwingen, denn dieser Weg wird immer beschwerlich und mühsam sein, und in den meisten Fällen landet man schneller als  erwartet wieder in der Ausgangslage, weil man überfordert ist und aufgibt. Allerdings ist man danach meist frustrierter als vorher, da man sich für gescheitert und einen Loser hält. Dies ist fast immer ein Rückschritt, und der muss nicht sein.

Denn, wie wir ja bereits wissen, muss das Ganze schrittweise passieren.

 

Wenn ich also von den 12 Prozent spreche, dann spreche ich vom maximalen Grad der inneren Bereitschaft für Veränderung. Dem Betrag, der gerade knapp außerhalb Ihrer Komfortzone liegt und der perfekt ist, so dass man Entwicklung gerade noch in Freude und Leichtigkeit absolvieren kann.

Man verträgt also quasi nur 12 Prozent von etwas Neuem, bevor die Freude und die Leichtigkeit wieder verlorengehen. 

Deswegen ist das ein genereller Richtwert, wieviel Neues wir vertragen können. 

 

Lehnen Sie sich mal zurück und versuchen Sie, den aktuellen Status Quo Ihrer Persönlichkeit, Ihrer Gesundheit, Ihrer Beziehungen und Ihres Wohlstands, zu definieren. Am besten, indem Sie es anhand der einzelnen Lebenssäulen aufschreiben. Das mag jetzt kompliziert klingen, aber ich versichere Ihnen, innerhalb kürzester Zeit haben Sie das automatisch im Gefühl, wenn Sie ein paarmal darüber nachdenken.

 

Dieser Status Quo sind die 100 Prozent, quasi die Berechnungsgrundlage.

 

Ab diesem Moment werden Sie ein gutes Gespür entwickeln, wieviel Veränderung auf einmal in Ihrem gesunden Rahmen liegt und was darüber hinausgeht. Alles innerhalb dieser 12 Prozent holt Sie nur minimal und kurzfristig aus Ihrer Komfortzone, was diese letztendlich wachsen lässt und somit bereit macht für die nächsten Schritte.

Wird die Komfortzone zu weit verlassen, indem Sie sich zu schnell entwickeln, wird das Unterbewusstsein alles Erdenkliche machen, um Sie wieder zurückzuholen. In diesen Momenten werden Sie Überschüsse bilden, indem Sie zum Beispiel euphorisch oder stolz werden, angeben, andere verurteilen oder vielleicht auch übermäßig Suchtmittel konsumieren, und somit die gewonnene Energie auf diese Art und Weise wieder verteilen. Das passiert ganz automatisch und wird unbewusst von uns selbst erzeugt, um möglichst schnell wieder in die gewohnte Umgebung zu kommen.

In solchen Fällen werden wir trotz eines kurzfristigen Erfolges schnell wieder zu Verbrauchern. Ganz speziell, wenn Sie sich über einen Erfolg oder eine Entwicklung übermäßig freuen, wissen Sie, dass Sie den gesunden Bereich verlassen haben, denn:

 

Euphorie ist immer das Überschreiten der 12 Prozent und somit das Verlassen der Komfortzone!

 

Das Entscheidende ist, dass Sie zu der gewonnenen Veränderung ein neutrales emotionales Verhältnis bekommen müssen, um wieder auf die neuen 100 Prozent zu gelangen und somit die nächsten Veränderungen zuzulassen. Das heißt, im Optimalfall machen Sie einen 12-Prozent-Sprung und warten dann solange, bis dieser Level in Ihnen keine wie oben beschriebenen Überschüsse mehr erzeugt. Dann sind Sie erst bereit für die nächste Entwicklungsstufe.

Doch wie lange kann das dauern?

Der Volksmund spricht gerne von 21 Tagen als den Zeitraum, den das Gehirn braucht, um eine neue Information als Gewohnheit einzuordnen. Sicher sind Ihnen schon mal Werbungen untergekommen, die Ihnen versprechen, Sie in 21 Tagen zu einem neuen Mensch zu machen, Ihren Hintern auf Vordermann zu bekommen oder Ihnen das Rauchen abzugewöhnen? Ich persönlich empfehle, diese 21 Tage nicht für bare Münze zu nehmen, sondern, speziell bei komplexeren Themen, eher mit mindestens drei Monaten zu rechnen.

Aber egal, wie lange, Ziel der Sache ist es immer, dass Sie selbst spüren, wann Sie etwas verinnerlicht haben. Es gibt allerdings einen eleganten Selbsttest:

 

Ist etwas einmal Gewohnheit, werden Sie nicht mehr das Bedürfnis haben, jedem davon zu erzählen oder damit anzugeben. Auf diese Weise können Sie sehr leicht herausfinden, ob Sie bereit sind für Neues.

 

Gut, Sie haben also verstanden, dass alles, was über die 12 Prozent Veränderung hinausgeht, Ihnen vermutlich mehr Kummer als Freude einbringen wird. Doch kann man diese Regel nicht irgendwie austricksen oder umgehen? Doch, kann man!

 

Sie haben die Chance, sich auf Veränderungen, die mehr als 12 Prozent betragen, vorzubereiten, sodass sie keinen bis weniger Schaden anrichten.

Beschäftigen Sie sich mit Ihren Wünschen, unternehmen Sie erste Schritte, die Sie in ihre Richtung führen, recherchieren Sie! Schaffen Sie bereits großzügig Platz für die kommende Veränderung. Erzeugen Sie dadurch ein Feld, in dem die gewünschte Sache schon einen Platz hat. Dann befindet sich die gewünschte Veränderung schon so weit in Ihrem Feld und in Ihrem Denken, dass die Veränderung nicht mehr dieses große Ausmaß hat, als wenn sie plötzlich kommen würde.

 

Kleine, schrittweise Verbesserungen führen zu besseren Ergebnissen und sind nachhaltiger!

 

Okay, wissen wir schon, sagen Sie.

Was aber tun, wenn sich plötzlich etwas Neues aufgetan hat, was gefühlsmäßig zuviel ist, also über die 12 Prozent hinausgeht?

Versuchen Sie in erster Linie, ruhig zu bleiben und die Energie bei sich zu behalten. Das heißt, vermeiden Sie alles, was Überschüsse erzeugt. Handelt es sich um Geld, versuchen Sie in Freude und Qualität zu investieren. Freude generieren Sie an sich selbst, nicht indem Sie anderen davon erzählen. Kaufen Sie sich lieber eine neue Küche als einen Sportwagen. Ersetzen Sie lieber Ihre Hemden und Anzüge anstatt sich eine Rolex zu kaufen. Vermeiden Sie jegliche Situationen, in denen Sie sich rechtfertigen müssen und in denen Ihnen eventuell Neid und Missgunst entgegenschlagen könnten. Dies würde automatisch dazu führen, dass Ihnen das Universum das Geld wieder wegnehmen will, und die Art, mit der es das versucht, wollen Sie lieber gar nicht erfahren. 

Wenn Sie sich jedoch stetig und konsequent nach oben entwickeln, und zum Beispiel Ihrem Umfeld auf Dauer vermitteln, dass Sie stets auf höchste Qualität achten, dann wird Ihnen auch niemand böse oder neidig sein, wenn Sie sich eines Tages einen Ferrari kaufen.

Handelt es sich aber zum Beispiel um einen beruflichen Aufstieg wie eine große Beförderung oder der Schritt in die Selbständigkeit, und Sie haben dadurch fortan wesentlich mehr Verantwortung zu tragen, dann ist es sogar fast noch wichtiger als bei Geld, die Energie bei sich zu behalten.

In beiden Fällen gilt es, mögliche Energielecks zu lokalisieren und zu schließen. Darüber werden Sie in anderen Kapiteln noch viel Ausführliches erfahren.

 

 

Ihr Bewusstsein sollte sich immer mit Ihrem Erfolg, Ihrem finanziellen Status und Ihren Emotionen mitentwickeln, dann sind Sie quasi „auf der sicheren Seite“. Speziell große emotionale Umwälzungen lassen sich mit einem gefestigten Mindset besser bewältigen.

Das gilt ebenso für Verlust und negative Entwicklungen. Sollte also ein Mensch innerhalb kürzester Zeit zum Beispiel seinen Job, seinen Partner und sein Geld verlieren, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass dies eine Art Kurzschluss nach sich zieht. Manchmal liest man dann davon auch in der Zeitung. Haben Sie hingegen geübt, positive Veränderungen ohne große emotionale Ausbrüche zu meistern, wird Ihnen das in der anderen Richtung ebenso gelingen.

Sollten Sie jetzt immer noch ein wenig verwirrt sein, was ich gut nachvollziehen kann, weil ich auch einige Zeit brauchte, um die volle Tragweite dieser Regel zu begreifen, dann zeige ich Ihnen kurz, wo Sie das Prinzip der 12 Prozent schon des öfteren beobachtet haben werden, ohne zu wissen, dass es sich darum handelt:

 

Sie fliegen von einer Region, wo es 30 Grad hat, in eine andere, wo es Minusgrade hat… und werden krank. Logisch, sagen Sie, dann haben Sie sich eben verkühlt. Nun fliegen Sie aber vielleicht im Winter von Eis und Schnee in die Karibik und werden auch krank. Passiert immer wieder. Aber: Verkühlung zählt als Ausrede nicht mehr, und sie rätseln, wie so etwas passieren kann. Die Antwort lautet: Sie erfahren gerade mehr als 12 Prozent Energieveränderung. Auch das Immunsystem folgt also dieser Regel.

 

Ein Bekannter oder eine Bekannte von Ihnen verliebt sich neu und beschließt bereits nach 3 Monaten, zu heiraten. Natürlich werden Sie automatisch sagen, dass das nicht gutgehen kann, aber exakt definieren können Sie nicht, warum. Antwort: Wenn jemand frisch verliebt ist, überschreitet er meistens hier schon die 12 Prozent. Wenn er dann jedoch auch noch weitere Schritte macht, die kurz davor noch außerhalb seiner Komfortzone gelegen sind, werden die Widerstände so groß, dass man schon sehr gefestigt sein muss, um den Rückfall, womöglich gepaart mit ein paar Katastrophen, zu vermeiden.

 

Ein neuer Künstler wird innerhalb kürzester Zeit zum Weltstar und begeht kurze Zeit später Selbstmord. Speziell die Musikindustrie ist voll mit solchen Beispielen. Sie denken sich vermutlich: Komisch, das ist doch die schönste Vorstellung überhaupt, über Nacht reich und berühmt zu werden, wieso bringt man sich dann um? Antwort: Ist es nicht! Über Nacht berühmt zu werden verkraftet so gut wie kein Mensch, weil so gut wie nichts mehr, was voher zu seinen Werten gehört hat, danach noch zählt. Allein die plötzliche Aufmerksamkeit, die man plötzlich bekommt, ist so gewaltig, dass sie einen einfach nur überrollt. Meistens muss man diese überschüssige Energie dann mit Hilfe von Alkohol oder anderen Hilfsmitteln ableiten. Also ich wünsche es niemandem.