BASICS

VOM VERBRAUCHER ZUM SCHÖPFER

Ohne böse kein gut, ohne dunkel kein hell, ohne warm kein kalt.

Die Dualität ist das Grundwesen alles, was wir Materie nennen.

Wir bewegen uns in einem Raum- und Zeitgefüge, das von Endlichkeit und Dualität geprägt ist. Unsere Sinne und unser Verstand sind nicht dafür ausgelegt, Unendlichkeit zu begreifen. Daher haben wir auch kein Wort für Unendlichkeit, sondern setzen lediglich ein „Un“ vor die Endlichkeit.

In der Unendlichkeit ist alles Gegensätzliches enthalten und bildet eine Einheit.

 

Warum ich Ihnen dieses Blabla erzähle?

 

Ganz einfach: 

Weil wir in dieser Welt in der Dualität leben.

Daher werden Sie in diesem Buch nichts über „wir sind alle eins“ lesen. Es ist zwar unbestritten, dass es so ist, ausführliche Gedankenkonzepte zu dem Thema überlasse ich aber gerne den Büchern, wo irgendwo groß oder klein „Esoterik“ draufsteht. Auch wenn mancher möglicherweise anderer Meinung ist, behaupten wir nicht nur, dass das eine das andere nicht ausschließt, sondern leben sogar beides.

In unserer Welt, im täglichen Leben und in diesem Buch kommen wir jedenfalls auch gut ohne diese Konzepte aus, wenn wir beginnen, die Gesetze der Dualität zu verstehen und zu leben. Im Sinne dieser Dualität unterscheiden wir also im gesamten Fortlauf dieses Buches immer wieder zwischen „Schöpfern“ und „Verbrauchern“.

Die Definition ist simpel:

Ein Schöpfer hat genug Energie und kann somit abgeben. 

Ein Verbraucher hingegen benötigt fremde Energie, um zu funktionieren. 

Daher werden wir diese Menschen im Verlaufe des Buches mit der Bezeichnung „Verbraucher“ belegen. Andere Wörter dafür wären Opfer, Täter, Vampire, Konserven, Parasiten, Satelliten usw. Suchen Sie sich für Ihren täglichen Sprachgebrauch gerne das aus, was Ihnen am Treffendsten erscheint.

Bevor Sie jetzt aber beleidigt laut aufschreien und sagen, dies wäre eine höchst menschenverachtende, politisch inkorrekte Abklassifizierung, sei Ihnen gesagt, dass jeder Mensch Verbraucheranteile mit sich herumträgt, manche einfach mehr und manche weniger.

Vielleicht wundern Sie sich gerade, dass in der Auflistung auch das Wort „Täter“ vorkommt, nachdem Sie es doch aus dem gängigen Sprachgebrauch gewohnt sind, Täter und Opfer als zwei komplementäre Dinge zu sehen?

Nun, von dieser Vorstellung sollten Sie sich langsam verabschieden. Im Laufe dieses Buches werden Sie nämlich feststellen, dass Täter und Opfer nur zwei unterschiedliche Ausprägungen des Verbrauchertums sind. Jeder sogenannte „Täter“ kompensiert lediglich die Tatsache, dass er auf anderen Ebenen ein totales Opfer ist. Jeder Täter ist nur deswegen Täter, weil er auf seine Unfähigkeit, gewisse Dynamiken des Lebens in den Griff zu kriegen, reagiert.

Da nun jeder Mensch irgendwo seine Defizite mit sich herumträgt, kann sich die Kompensation dieser auf zwei unterschiedliche Arten offenbaren. Ein „Opfer“ beschwert sich aktiv über seine Umwelt und andere Menschen, indem er ständig versucht, Mitleid zu erregen. Ein „Täter“ hingegen reagiert aggressiv und kompensiert, indem er andere runtermachen oder verletzen muss. Der Grund ist in beiden Fällen derselbe, nämlich das Gefühl einer Ohnmacht, mit der Welt zurechtzukommen.

Denken Sie mal kurz darüber nach. Ich bin mir sicher, Sie kennen beide Typen nur zu gut aus Ihrem Bekanntenkreis. Verabschieden Sie sich auch davon, einem Täter mit Angst oder Aggression und einem Opfer mit Mitleid entgegenzutreten. Beide wollen nämlich das Gleiche von Ihnen. Ihre Energie!

Über die Dualität

Bevor ich Ihnen allerdings erkläre, wie Sie verhindern können, Ihre Energie abzugeben, sollten Sie zunächst mal verstehen, wie Sie im Detail Verbraucher von Schöpfern unterscheiden können. Dazu haben wir Ihnen im nächsten Kapitel eine Übersicht zusammengestellt.

 

Beginnen wir mal mit dem Schöpfungsprozess an sich. Grundlage jedes schöpferischen Prozesses ist Neugier. Ohne Neugier, die streng genommen aus einem Mangel resultiert (näheres dazu im Kapitel „Mangel“), entsteht keine Motivation, sich weiterzuentwickeln. Einen Menschen mit hohem schöpferischen Potenzial erkennen Sie daher schon aus der Ferne an der Eigenschaft, besonders neugierig zu sein.

Viele Menschen kommen jedoch manchmal an den Punkt, zu glauben, etwas voll und ganz verstanden zu haben. Genau in dieser Sekunde werden sie vom Schöpfer zum Verbraucher, da man mit dem Verstehen jede Entwicklung, jedes Wachstum und jeden Zugewinn unterbindet. Ein alter Spruch lautet sinngemäß, sobald der Mensch aufhört, neugierig zu sein, stirbt er. Das kann ich nur voll und ganz unterschreiben! Es ist erwiesen, dass neugierige Menschen länger leben.

 

„Für einen Menschen ist es unmöglich, das zu erlernen, was er bereits zu wissen glaubt.“

Epiktet (griechisch-römischer Philosoph, 1.Jh nach Christus)

 

Seien Sie also ständig auf der Hut vor Menschen, die alles wissen und keinen Widerspruch dulden, diese werden Sie nur oberflächlich bis gar nicht weiterbringen. In Wahrheit versuchen diese nur, Sie in ihr enges Gedankenkorsett zu pressen und Ihnen ihre eigene Unflexibilität aufzuzwingen. Sehr oft sieht man diesen Charakterzug bei den Großeltern, Eltern bzw. alten Menschen generell, weil irgendwann die „sich selbst tapfer angeeignete Erfahrung“ die Neugier überholt. Rufen Sie in diesem Fall schon mal sicherheitshalber das Bestattungsunternehmen Ihres Vertrauens an oder zumindest das nächstgelegene Pflegeheim, Sie werden es bald brauchen.

Aus Neugier zum Schöpfer

Um somit lernen zu können, uns aus der Rolle des Verbrauchers in die des Schöpfers zu bewegen, brauchen wir folgende zwei Erkenntnisse:

Erstens:

Die Realität, die wir erleben, ist nicht chaotisch und zufällig, sondern alles hat einen Sinn und eine intelligente Ordnung.

Zweitens:

Wir sind in der Lage, mit dieser intelligenten Kraft der Realität zu kommunizieren. Das nennen wir „Resonanz“.

 

Erst wenn wir unser Bewusstsein schulen und die richtigen Werkzeuge für diese Kommunikation in unseren Händen halten, wird der Anteil an sogenannten Zufällen und Schicksalsfügungen in unserem Leben kleiner und kleiner.

 

Gleichzeitig steigern Sie im Laufe dieses Prozesses stetig Ihren Energielevel.

Daher werde ich Folgendes im Laufe dieses Buches mit schöner Regelmäßigkeit wiederholen, weil dies die größte Gefahr ist, Ihre wertvolle Energie zu vergeuden:

 

Machen Sie einen möglichst großen Bogen um Verbraucher!

Je mehr Verbraucher man im Umfeld hält, desto weniger Schöpfer wird man anziehen!

 

Einen Schöpfer erkennen Sie also auch daran, dass er sich nicht gerne in Gesellschaft von Verbrauchern bewegt. Um einem Schöpfer zu „genügen“, müssen Sie somit an Ihren eigenen Schöpferanteilen arbeiten. Das könnte man auch als „weiße Magie“ bezeichnen.

Die Anteile des Verbrauchers sind hingegen die Eigenschaften, die im Volksmund auch als „schwarze Magie“ bezeichnet werden. Im Gegensatz zum landläufigen Glauben, schwarze Magie würde nur durch aktive, bewusste Handlungen erzeugt, funktioniert diese unbewusst teilweise noch viel stärker, weil man als Mensch oft in Versuchung gerät, „armen“ Leuten (und somit Verbrauchern) zu helfen und sich dadurch noch viel leichter manipulieren lässt.

Denken Sie mal über Ihren Freundeskreis und Ihre Familie nach: Vermutlich hat jeder zumindest einen Menschen in seinem Umfeld, dem es oft nicht gutgeht. Ich wette mit Ihnen, dass Sie es nicht übers Herz bringen, dieser Person den ein oder anderen Wunsch abzuschlagen. Mitleid zu erzeugen ist nämlich eine der stärksten Manipulationstechniken. 

Ein Beispiel:

Ein Freund von uns hat einen Bruder, der es auf diese Weise problemlos schafft, im Alleingang zu bestimmen, wo gelegentliche Familientreffen abgehalten werden. Auch wenn 9 Leute zum Italiener gehen wollen, er aber zum Chinesen, raten Sie mal, wo das Treffen dann stattfindet. Selbstverständlich beim Chinesen. Somit sitzen dann am Tisch 10 Opfer, weil ein einziger Mensch alle anderen energiemäßig runterzieht. Selbst wenn Sie sich selbst für Ihre Selbstlosigkeit loben, weil Sie jemand Anderen einen Gefallen gemacht haben, sind Sie noch lange kein Schöpfer (Nachzulesen im Kapitel „Altruismus“). Ganz im Gegenteil. Sie haben damit weder sich selbst noch jemandem anderen geholfen.

Erkennen Sie letztendlich die ungemeine Macht, die so ein Verbraucher über andere besitzt und ausübt? Füttert man diese Macht weiterhin, indem man sich ihr unterordnet, unterbindet man damit auch die Möglichkeit, dass sich dieser Mensch weiterentwickeln könnte. Er hat schließlich keine Veranlassung dazu!

Die Erkenntnis der Selbstverantwortung

Einen Schöpfer erkennen Sie aber NICHT daran, dass er finanziell erfolgreich ist und (daher) selbstbewusst auftritt. Sehr oft werden Menschen erst dann erfolgreich, wenn sie starke (Täter-) Vampire sind, indem sie also die Energie anderer Menschen dazu benutzen. In vielen Geschäftszweigen geht es sogar hauptsächlich darum, wer der stärkste Täter ist. Speziell in Filmen über Anwälte oder Aktienhändler wird der Vampirismus sogar regelrecht glorifiziert. 

Das dürfen Sie auf keinen Fall mit Schöpfertum verwechseln!

In Phasen, wo man gerade obenauf ist, ist es naturgegebenermaßen leicht, ein Klugscheißer zu sein. Ein wahrer Schöpfer offenbart sich aber erst, wenn er mit Problemen zurechtkommt und in der Lage ist, diese für seinen Lernprozess zu nutzen. Ich habe im Laufe der Zeit schon so viele „erfolgreiche“ Menschen kennengelernt, die zu winselnden Opfern wurden, als plötzlich das Geld weg war, inklusive mir selbst, dass ich automatisch begonnen habe, meine Bewertungskriterien neu zu ordnen.

Ein Schöpfer hingegen erkennt folgendes:

 

Nur eine Tiefphase erlaubt es einem, Vertrauen zu üben. Hat man so eine mal erlebt und festgestellt, dass man sie überlebt hat, besitzt man überhaupt erst eine stabile Basis, auf der man mit Vertrauen alles weitere aufbauen kann.

 

Seien Sie daher immer skeptisch, wenn jemand, der in seinem Leben keine Tiefpunkte durchlebt hat, vorgibt, ein Schöpfer zu sein. Es wäre zwar rein theoretisch möglich, doch wer kommt schon als fix und fertiger Schöpfer auf die Welt, ohne Lernprozesse am eigenen Leib zu erfahren, seien wir uns mal ehrlich. Nach der Lektüre dieses Buches werden Sie sich aber ohnehin nicht mehr täuschen lassen.

 

Sie haben nun also einen groben Überblick, was Sie im Rest des Buches erwarten könnte. Der Weg vom Verbraucher zum Schöpfer ist ein zentrales Thema und die wichtigste Metamorphose, die das Leben für Sie bereithält.

Die nachfolgende Aufzählung (in Form der Schöpfer/Verbraucher-Liste in der Kopfleiste dieser Seite) wird es Ihnen erleichtern, sich selbst zu kontrollieren, wie viele Verbraucheranteile Sie noch in sich tragen und wie Sie diese schnell in Schöpferanteile transformieren können.

Vermutlich werden Sie einige der aufgezählten Punkte nicht sofort verstehen, daher erlaube ich mir, Ihnen den Tipp zu geben, diese Liste alle paar Kapitel aufs Neue durchzugehen, und Sie werden sehen, wie sich die Lücken langsam schließen.

Ohne Tief kein Hoch