BEGRIFFSERKLÄRUNGEN

GLAUBENSSATZ

Wie Sie sicher wissen, hat jeder Mensch eine andere Wahrnehmung von der „Realität“. Mehr noch, wir nehmen die Realität überhaupt nur so wahr, wie wir glauben, dass sie ist. Dafür verantwortlich sind sogenannte „Glaubenssätze“, im täglichen Sprachgebrauch auch „Überzeugungen“ genannt.

Woher kommen die nun?

Von der Kindheit an entwickelt jeder Mensch Denkmuster, die aus der Erziehung sowie gemachten Erfahrungen, Beobachtungen und Annahmen resultieren. 

Je öfter Sie also Erfahrungen machen, die Ihren Annahmen entsprechen, desto stärker verfestigen sich diese Muster, bis Sie beginnen, sie unbewusst wie ein Gesetz zu behandeln und nicht mehr zu hinterfragen. Ein Glaubenssatz ist geboren! Und genau hier beginnt das Problem:

 

Menschen handeln aufgrund ihrer Erfahrung, und nicht aufgrund der Wirklichkeit.

Das kann natürlich gut oder schlecht sein. Sie werden vermutlich spontan sagen, dass Sie aus Ihren Erfahrungen lernen und dadurch im Leben Halt finden, und das ist gut. Als Kind wiederum übernehmen Sie die Überzeugungen Ihrer Eltern, um einerseits von ihnen geliebt zu werden und gleichzeitig, um Ihr eigenes Überleben zu sichern, indem Sie den Erfahrungsschatz Ihrer Eltern in Ermangelung eines eigenen übernehmen.

Sie sehen also, ein Glaubenssatz entsteht ursprünglich immer aus einem Grund, der Ihnen dient, auch wenn man diesen vielleicht nicht sofort erkennt.

Andererseits kann es Sie jedoch auch schwächen, indem Sie dem Leben keinen Spielraum mehr geben, andere Erfahrungen als die bisherigen bereitzustellen.

Daraus folgt, dass Sie mit Ihren Glaubenssätzen Ihre persönliche Realität erschaffen, und das ist in den meisten Fällen leider keine gute Idee. 

Immer wenn ich mich verliebe, werde ich verletzt

Wenn wir im Kontext dieses Buches von Glaubenssätzen sprechen, meinen wir daher grundsätzlich NEGATIVE Glaubenssätze. Selbstverständlich gibt es auch positive, diese sind jedoch üblicherweise in der Minderheit. Berühmte negative Glaubenssätze sind zum Beispiel 

„das Leben ist hart“

„Schönheit muss leiden“ oder 

„Um viel Geld zu verdienen, muss ich viel arbeiten“

 

Besonders schlimm wird’s vor allem, wenn es um den eigenen Selbstwert geht:

 

„Immer, wenn ich mich verliebe, werde ich verletzt“, 

„Ich kann niemandem trauen, da jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist“

„Wer Fehler macht ist ein Versager“ 

 

stehen da ganz oben auf der Liste. 

 

Sie werden mir sicher zustimmen, wenn ich behaupte, dass man sich mit diesen Überzeugungen schwer tut, glücklich zu werden.

In jedem Menschen sitzen grob geschätzt über 1000 Glaubenssätze, die teilweise sehr tief vergraben sind, und jeder einzelne destruktive davon hindert uns zu einem kleinen Teil daran, das Beste aus uns herauszuholen.

Wie man sich selbst sabotiert

In Wahrheit können Sie davon ausgehen, dass 95 Prozent Ihrer Glaubenssätze nur Annahmen sind, die Sie in Ihrer Kindheit anerzogen bekamen oder aufgrund von einmaligen negativen Erfahrungen entstanden, somit also falsch sind.

Das heißt, jeder dieser Glaubenssätze blockiert Ihre Entwicklung und den Mut zur Veränderung. Das macht sie auch so gefährlich, weil jede Ihrer Handlungen auf diesen Glaubenssätzen aufgebaut ist und Sie somit oft Entscheidungen fällen, die vielleicht gegen Ihre ursprüngliche Intuition arbeiten. Schlimmer noch, Sie steuern damit auch Ihre Fähigkeiten. Wenn Sie sich oft genug sagen „das kann ich nicht“, werden Sie es auch nie können. Ich denke, das sollte jedem klar sein. Dies spielt sich aber in vielen Fällen unterbewusst ab. 

Man kann daher ohne weiteres behaupten, dass Ihr Charakter die Summe all Ihrer Glaubenssätze ist. Und hier beginnt das eigentliche Dilemma.

Das Gesetz der Resonanz reagiert nämlich nicht auf das, was Sie sich wünschen, sondern auf das, was Sie für die Wahrheit halten.

 

Die gute Nachricht ist: Kein Glaubenssatz ist in Stein gemeißelt und lässt sich somit

durch unterschiedliche Techniken auflösen oder umwandeln.

All die vielfältigen Möglichkeiten zu erklären, die es dafür gibt, würde jedoch den Rahmen dieses Buches sprengen, daher empfehle ich, dieses Thema bei Bedarf in gesonderter Literatur aufzuarbeiten

Absurde Überzeugungen

Glaubenssätze sind in Wahrheit oft auch verborgene Wünsche, um Ihr Weltbild aufrecht zu erhalten.

Wenn Sie also einen Menschen treffen, der Aussagen tätigt wie „sowas mache ich aus Prinzip nicht“ oder „meine Überzeugung lasse ich mir nicht nehmen“, dann wissen Sie, dass Sie es mit einem Menschen zu tun haben, der große Schwierigkeiten hat, Veränderungen anzunehmen. Lustigerweise sind viele Menschen auch noch stolz darauf, Prinzipien zu haben. Werten Sie das als Alarmsignal!

 

 

Wenn Sie jedoch für sich beschlossen haben, Veränderungen zuzulassen, dann habe ich auch gleich eine simple Übung für Sie, die Sie auch leichter durch die Lektüre dieses Buches bringt: 

Versuchen Sie einfach, im Alltag und vor allem in jeder Situation, die eine Herausforderung darstellt, Ihre eigenen persönlichen Glaubenssätze zu entdecken und am besten zu notieren.

 

Ein Tipp: Ganz besonders leicht erkennen Sie einen Glaubenssatz, sobald Sie generalisierende Wörter wie „immer“, „alle“, „jeder“, „nie“ oder „müssen“ verwenden.

 

Allein das Bewusstsein darüber ist schon ein enormer Schritt in die richtige Richtung, und nach ein paar Wochen werden Sie über sich selbst lachen, sobald Sie feststellen, auf welchen absurden Überzeugungen Sie teilweise Ihr gesamtes Weltbild aufbauen. Das kann ich Ihnen versprechen.

 

 

Im Idealfall stimmen unsere Glaubenssätze mit unseren Werten und Zielen überein, dann sind es positive Glaubenssätze, im schlechten Fall behindern sie uns in unserer Entwicklung und bei der Erreichung unserer Ziele, dann sind es negative oder beeinträchtigende Glaubenssätze.

Die Erkenntnis ist der erste Schritt